Etwa 1,1 Millionen Quadratmeter der Trierer Stadtfläche sollen durch eine Änderung des Flächennutzungsplanes als potentielle Windkraftstandorte ausgewiesen werden. Wenn dieses Vorhaben der Verwaltung eine Mehrheit in der nächsten Stadtratssitzung findet, dann werden in wenigen Jahren mindestens 20 riesige Windräder mit einer Höhe von 265 Metern und mehr die Peripherie unserer Weltkulturerbe-Stadt „zieren“ – das ist fast 7-mal so hoch wie die Mariensäule!

Für uns ist das eine erschreckende Vorstellung. Unabhängig davon, wie man zur Energiewende und dem damit einhergehenden Ausbau der Windenergie steht, ist es weder notwendig noch sinnvoll, solche monströsen Anlagen auf den wenigen Wald- und Naturflächen einer Großstadt zu errichten.

Alle in Trier vorgesehenen Standorte wurden von den Naturschutzverbänden BUND und NABU als ungeeignet eingestuft. Die Lagen „Steigenberg“ und „Balmet“ sind als Fledermaushabitate und Naherholungsgebiete durch das Landesumweltamt sogar den höchsten Risikostufen zugeordnet. Gleichzeitig besteht die klare Vorgabe des Landes, nur konfliktarme und leicht zu erschließende Gebiete zu entwickeln. Zudem belegt eine vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Studie von 2021, dass außerhalb von Waldgebieten ausreichend Windenergieflächen vorhanden sind. Insgesamt hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium 4 % der Landesfläche als unbedenklich für den Windkraftausbau eingestuft, so dass die angestrebten Ausbauziele auch ohne die problematischen Trierer Standorte erreicht werden könnten.

Wir befürworten daher ausdrücklich die Bemühungen der Bürgerinitiativen, die sich gegen die Pläne der Stadtverwaltung wehren. Hier drohen ohne Not die Zerstörung wertvoller Naherholungsgebiete, massive Gefährdungen von Natur- und Artenschutz sowie eine irreversible Beschädigung unserer Kulturlandschaft. Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass unsere geliebte Trierer Heimat durch einen nicht messbaren Beitrag zur angeblichen Rettung des Weltklimas schweren Schaden nimmt.

Von dem jetzt anstehenden Grundsatzbeschluss sind alle Bewohner unserer Stadt unmittelbar und in erheblichem Ausmaß betroffen. Wir halten es deshalb für angebracht, die Trierer in einem Bürgerentscheid selbst darüber entscheiden zu lassen. Einen entsprechenden Antrag werden wir im Stadtrat einbringen. Sollte er keine Mehrheit finden, werden wir das von den Bürgerinitiativen geplante Bürgerbegehren nach Kräften unterstützen und rufen alle heimatverbundenen Menschen dazu auf, dies ebenfalls zu tun.

Ihre Fraktion DIE DEMOKRATEN